La Boum

Remember The Time...

La Boum

01/02/10

Spotlight

01/02/10 by hbr

Warum hat sich Mathieu den Oberlippen-Flaum eigentlich nie rasiert? Warum versteckte Penelope ihr Rollschuhdisko-Ausgeh-Outfit auf der eigenen Toilette im Spülkasten? Und warum essen alle immer Hühnchen mit Spaghetti?

Es gibt so viele Szenen, über die schmunzeln und kichern wir heute noch. Ja, auch wir Männer. Wirklich wenige Filme haben die Verbindung von Liebe, Sex und Pubertät so gut hinbekommen wie „La Boum“. 1980 lief der Film in Frankreich an und sorgte für volle Kinos, ein Jahr später schwappte der Film samt Erfolg auch nach Deutschland und Österreich herüber.

Satte drei Dekaden sind also vergangenen seitdem der vielleicht beste europäische Coming-of-Age-Film das erste Mal auf der großen Leinwand zu sehen war. Und das erstaunliche: Fast nichts hat der Film eingebüßt. Immer noch kitschfrei, immer noch sehr echt wird die Geschichte von Vic (Sophie Marceau) erzählt, die mit ihren Eltern nach Paris zieht und sich den Film hindurch vor allem einem Thema beschäftigt: Dem Oberlippen-Flaumträger Mathieu. In den und dessen Mofa ist sie nämlich so was von verschossen, dass sie vor allem mit ihrer besten Freundin Penelope nur noch ein Gesprächsthema kennt – ja, genau: Mathieu. Damit wäre die Handlung des Films eigentlich schon erzählt, aber wie das nun mal so ist als Teenager: Selbst ein für ältere Semester banales Thema, wird in den Jahren 14 bis 19 zum privaten Gefühls-Tschernobyl.

Doch auch neben den witzigen Dialogen über Liebe, Sex und Zärtlichkeit bleibt „La Boum“ spannend: Beispielsweise dann, wenn Vics Urgroßmutter Poupette gemeinsam mit Vics Mutter Françoise die Einrichtung eines Parfümladens zerstört. Oder dann, wenn es zum Showdown in der Rollschuh-Disko kommt. Hallo! Rollschuh-Disko – es gibt kein besseres Setting in einem Film! Am spannendsten ist aber immer noch der kollektive Stehblues – dann wenn „Reality“ von Richard Sanderson ertönt. Kurzum: In „La Boum“ ist alles drin, was ein Film braucht und rückblickend vielleicht schon ein Stück Weltkulturerbe.

Als „La Boum“ übriges 1987 das erste Mal in der ARD im Fernsehen lief, wurde die Stehblues-Nummer „Reality“ prompt noch mal zum Super-Hit und kletterte auf den ersten Platz der deutschen Charts.