Telekom Musicwire: Am 26.2. erscheinen ja Eure zwei Alben „Fettes“ und „Brot“. Erzähl doch mal bitte.
König Boris: Das sind beides Live-Alben. Sowohl „Fettes“ als auch „Brot“. Wir nennen es gern die Bandalben, weil es die Konzerte von 2008 bis 2009 waren, wo wir vor einen Haufen Menschen geil abgeliefert haben mit unserer Band. Da hatten wir das Gefühl, dass es jetzt mal an der Zeit ist, dass Fettes Brot das auf CD raus bringt.
Telekom Musicwire: Wie habt ihr entschieden, welche Songs auf welche Platte kommen?
König Boris: Wir haben einfach versucht, zwei Alben zu machen, die beide nach einem vollständigen Konzert klingen und wir haben es natürlich versucht so zu verteilen, dass man das Gefühl hat, man muss beide unbedingt haben.
Telekom Musicwire: Könnt ihr was zu eurer 8-köpfigen Live-Band erzählen?
König Boris: Das sind so Menschen, die wir über die Jahre so kennen gelernt haben: Teilweise kennen wir die schon recht lange, so wie Arne, den Bassisten, der mit uns schon mehrere Songs und Platten produziert hat. Mit dem Gitarrist Sven haben wir uns schon mal ne Studio-Etage geteilt und so weiter. Und so haben wir über die Jahre tolle Musiker kennengelernt und als wir dann mal überlegt haben mit Band auf Tour zu gehen, haben wir einfach den Telefonhörer abgehoben und angerufen. Und die dann fehlten wurden noch von anderen Leuten mitgebracht.
Telekom Musicwire: Der Song „Kontrolle“ war 2008 auch auf dem Erdbeben Remix Album 2008. Warum wolltet ihr den jetzt auch als Single veröffentlichen?
Wir haben nicht nur zwei Alben rausgebracht, sondern auch zwei Singles. Einmal „Jein“ und dann „Kontrolle“. Und ich hab gerade unser neues „Kontrolle“-Video gesehen, das wird jetzt auch in den nächsten Tagen rauskommen. „Jein“ läuft ja schon. „Kontrolle“ war auf der „Erdbeben“-CD und das haben gar nicht so viele Leute mitgekriegt und als wir aber gemerkt haben, dass der Song live tierisch abgeht, haben wir uns entschieden, das dann auch als Single raus zu bringen.
Telekom Musicwire: Stichwort Kontrolle. Was verbindest du damit?
König Boris: Kontrolle ist natürlich ein topaktuelles Thema. Überwachung, Internet, wie geht man damit um? Welche Form der sozialen Netzwerke nutzt man? Wie viel gibt man von sich preis? Wie viel Persönliches erzählt man und so weiter. Das treibt uns natürlich um.
Telekom Musicwire: Inwiefern macht Dir Kontrolle Angst?
König Boris: Angst wäre jetzt übertrieben. Aber ich mache mir eben Gedanken. Ich finde, dass bestimmte Sachen die Leute nichts angehen, weil es meine Privatsphäre ist und die weiß ich gerne geschützt.
Telekom Musicwire: Wie seid ihr darauf gekommen „Jein“ noch mal als neue, rockigere Version zu veröffentlichen?
König Boris: „Jein“ haben wir vor 14 Jahren veröffentlicht, liegt also schon ganz lang zurück. Uns gefällt die neue Version toll und wir fanden es witzig, den Song noch mal raus zu bringen und noch mal n Western-Video zu drehen und das haben wir auch gemacht.
Telekom Musicwire: Gibt es schon erste Reaktionen auf „Jein“ reloaded?
König Boris: Also die Fans sind schwer begeistert, so wie ich das mitkriege. Ich les das ja auch nur im Internet. Gestern wurde das Video auf Youtube reingestellt und es wurde schon knapp 30.000 mal angeklickt. Also Interesse ist da.
Telekom Musicwire: Macht ihr dieses Jahr zur Fußball-WM auch wieder einen Song so wie 2006 („Fußball ist immer noch wichtig“)?
König Boris: Nee, wir haben einmal nen Fußball-Song gemacht und der war ja auch nicht so direkt für die WM. Das ist n Fußball-Song, den man auch für den Liga-Betrieb hören kann und der ist für alle Fußball-Fans und alle Fußball-Möglichkeiten sehr geschaffen, aber einer reicht. Der soll sozusagen für ewig in Stein gemeißelt so da stehen, aber das war’s dann von uns mit Fußball-Songs.
Telekom Musicwire: Warum wolltet ihr ein Tour-Tagebuch drehen?
König Boris: Das hab ich mir ausgedacht! Ich hatte einfach Lust, was zu filmen! Ich hab mir ne Kamera genommen und hab dann so einen Monat lang ein bisschen was gefilmt und hab dann so Sachen zusammen geschnitten. Eigentlich war das nur Spaß und dann hab ich mir gedacht, vielleicht ist das für Leute interessant, die an unserer Musik interessiert sind - mal hinter die Kulissen zu gucken. Es sind ja keine Konzerte von uns. Es ist ja nur, was sich während einer Tour so hinter den Kulissen abspielt.
Telekom Musicwire: Auf unserer Telekom Musicwire-Seite gibt es auch einige Ausschnitte daraus zu sehen - amüsant und eigenwillig.
König Boris: Ich hatte auch nicht den Anspruch alles zu erklären. Und klar, wenn einem da das ein oder andere skurril vorkommt, dann ist das Absicht.
Telekom Musicwire: Bei einem Ausschnitt aus eurem Tour-Tagebuch ist zu sehen, wie ihr kurz vor einem Auftritt in ein Riesen Gelächter ausbrecht. Was genau macht ihr da? Lach-Yoga?
König Boris: Ja, so ne Art! Das ist um ein bisschen das Gesicht einzuwärmen für die Bühne. Und um ein bisschen locker zu werden. Das ist tatsächlich so eine Art Lach-Yoga, der Begriff gefällt mir ganz gut. Das kann ich zu jeder Tageszeit und jeder Lebenslage absolut empfehlen!
Telekom Musicwire: Wie und wann wird das ganze Tour-Tagebuch zu sehen sein?
König Boris: Das wird, wenn „Fettes“ und „Brot“ rauskommt, ein 45-minütiger Film sein, der komplett auf unserer Seite zu sehen sein wird.
Telekom Musicwire: Gibt’s eine besondere Highlight-Szene, die du uns schon verraten kannst?
König Boris: Ja, die ein oder andere Party kommt darin vor. Das wird vielleicht die ein oder anderen Leute interessieren, ein kleiner Fußball-Unfall kommt darin vor – es sind auf jeden Fall schöne Highlights dabei.
Telekom Musicwire: Ihr seid ja auf vielen sozialen Netzwerkseiten. Twitter, Facebook, MySpace. Wie wichtig sind euch als Band diese Seiten?
König Boris: Kann ich schwer beurteilen. Es ist wahrscheinlich ganz nutzvoll, weil man da schnell bestimmte Sachen kommunizieren kann - aber ersetzt natürlich keine gute Platte.
Telekom Musicwire: Nutzt du Facebook und Twitter auch privat?
König Boris: Das interessiert mich zwar, aber selber bin ich da nicht. Ich hab auch einfach viel zu viel zu tun, dass ich mich da so ausreichend drum kümmern könnte.