Cover Ke$ha Animal

Ke$ha

Animal

2010, RCA Intl. (Sony BMG)

Review

03/02/10

Was wurde Newcomerin Kesha bereits Ende 2009 gehypt! Mit ihrem ersten eigenen Song „Tik Tok“ landete sie in vielen Ländern der Welt auf Platz 1. Jetzt gibt es auch das Debütalbum der 22-jährigen Kalifornierin: „Animal“.

Ein nicht unpassender Titel: Denn wenn man den Geschichten in ihren Songs lauscht, dann ist sie ein echt wilder Partylöwe. Total verrückt und so. Kein Wunder, dass Kesha auch auf Fotos gerne mal als Wildkatze posiert.

In der Musik des neuen Sternchens am Pop-Himmel steckt viel. Ein bisschen Lady GaGa, ein bisschen Katy Perry, ein bisschen Gwen Stefani, ein bisschen Black Eyed Peas und leider auch ein bisschen Cascada. Dazu kommt Keshas Rotzgören-Sprechgesang, der mal mehr, mal weniger getunt und gepimpt wurde. Das macht ihre Songs eigenwillig und einigermaßen anders. Was ja schon mal gut ist, in der Welt der Popmusik.

Es fällt nicht schwer zu erraten, wen die Sängerin mit ihrem frechen Mitspring-Sound ansprechen will: 16-jährige Girlies, die sich freuen, wenn sie beim Türsteher der Disco nicht nach dem Ausweis gefragt werden. Und alle Leute, die sonst noch so richtig Hummeln im Arsch haben, schließlich geht’s auf der Platte in erste Linie ums Feiern!

Ihre sehr eingängige Debütsingle bleibt auch auf dem Album eine Ausnahmeerscheinung. Der Knaller-Song „Tik Tok“ mit dem typischen Kesha-Gesang ist fast unschlagbar. Und trotzdem können es auch einige andere Nummern mit dem Debüt-Hit aufnehmen. „Party At A Rich Dude’s House“ ist ein Abgeh-Lied. Ein bisschen wie Deichkinds „Remmidemmi“ – na ja, eben als Girlie-light-Version. Na wenn sich da mal nicht alle Teenies von Kesha aufgefordert fühlen, betrunken in Vorgärten von Spießer-Villen aufzuwachen!

Dank ihrem Mut zum außergewöhnlichen (manchmal auch gewöhnungsbedürftigen) Mix aus Pop, Elektro und Dance in Kombination mit ihrer bezeichnenden Stimme gibt es noch mehr solcher typischen Kesha-Songs: „Backstabber“, „Boots and Boys“, „Your Love Is My Drug“ und „Blah Blah Blah“ (ganz gelungen, bis auf das Spielkonsolen-Gedudel!) sind allesamt gut und auch mal wieder was neues in der Lady GaGa-übersäten Pop-Welt. Keshas Songs ist Party-Pop voller Energie – der allerdings auch mit weniger Effekten ausgekommen wäre.

Ach ja – Effekte. Bei einigen Songs könnte man meinen, die Kesha-Endlos-Fete wurde kurzerhand ins Tonstudio verlegt und es wurden wahllos im Rausch Knöpfe gedrückt, so wie bei „Stephen“. Auch „Take It Off“ geizt nicht mit Effekten. Der Song katapultiert den Hörer zurück in die 90er: Verzerrte Stimme, massig Bass und komischer Dancesound. Auch das Cheerleader-Gesinge und Gepfeife bei „Dinosaur“ ist jetzt nichts für die Endlosschleife. (Kesha singt davon, dass sie keinen Bock hat von alten Knackern angegraben zu werden. Ah ja.) Sorry Kesha, aber das funktioniert höchstens noch bei RTL2 „The Dome“.

Ansonsten ist der Rest der Platte gute, zeitgemäße Popmusik. Und beim melancholischen „Hungover“ (mit 1-a-„OneRepublic“-Beat!) zeigt die sonst so aufgedrehte Sängerin auch mal eine sanftere Seite von sich. Tja, auch eine Kesha muss mal runterkommen.

Ob Kesha ohne Lady GaGas Vorarbeit mit dieser Platte Chancen gehabt hätte? Das darf tatsächlich bezweifelt werden. Aber: Wir leben in Gaga-Land und Keshas „Animal“ ist nur ein weiterer logischer Schritt.

 

Ke$ha im Store

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  • Tik Tok
  • Your Love Is My Drug
  • Blah Blah Blah
  • Right Round
  • Blah Blah Blah
  • Take It Off
  • Tik Tok (Album Version)
  • Tik Tok (Album Version)
  • Your Love Is My Drug (Album Version)
  • Blah Blah Blah (Album Version)
  • Right Round (feat. Ke$ha)
  • Blah Blah Blah (Album Version)
  • Take It Off (Album Version)