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24/11/08

Thom Yorke verliert nicht gern viele Worte. Interviews gibt der Frontmann von Radiohead generell nicht oft, genau wie der Rest der Band. Zur Veröffentlichung ihres Albums „Kid A“ (2000) etwa verweigerte man sich sogar komplett der Pressearbeit. Keine Interviews, keine Singleauskopplungen, keine Videos. Man kann sich die Hysterie beim Plattenlabel EMI regelrecht vorstellen. 2007 war man dort womöglich sehr dankbar, dass Radiohead ihre Idee vom wahnwitzigen Album-Download nicht auf EMI Territorium geschmiedet hatten.

An einem Freitag in Oxford

Doch alles hübsch der Reihe nach. Die Wiege der Band steht in den Achtzigern. Gegründet haben Thom Yorke, Phil Selway, Ed O'Brien sowie die Brüder Colin und Jonny Greenwood ihre Band im altehrwürdigen Oxford. Zunächst allerdings nicht als „Radiohead“ sondern unter dem Namen „On A Friday“.

„Creep“ ist der Song mit dem Radiohead 1992 erstmals Aufsehen erregt. Allerdings nicht im Mutterland selbst, die BBC setzt den Song auf den hausinternen „Zu Depri - Index“. Das Potential des Songs erkennt man ausgerechnet im Land des Mainstreams, den USA. Dort ist der Song in sämtlichen Hitlisten vertreten.

Als ein Jahr später die Single nochmals veröffentlicht wird, horchen auch die Insulaner auf. 2008 wird es gar geschehen, dass Prince auf seinem Konzert: „I 'm a creep, I’m a weirdo“ schmettert.
Radiohead selbst weigern sich jahrelang einen ihrer erfolgreichsten Hits live zu spielen.

Honig & Taucherkrankheit

„Pablo Honey“ (1993) ist das erste Radiohead Album, doch erst mit dem Nachfolger „The Bends“ haben sie die Kritiker allesamt auf ihrer Seite. Die Charts Mitte der Neunziger bestimmen allerdings andere. Die Plattenindustrie hisst die Britpop Fahne und gibt vor, mit Bands wie Oasis und Blur das Rad neu zu erfinden.

O.K., es ist ein Kid A

1997 dann der Wendepunkt. „O.K. Computer“ erscheint und alle, die an der Band zweifelten werden eines Besseren belehrt. Zukünftig würden Nachwuchsbands weltweit versuchen, ein bisschen wie Radiohead zu klingen. Denn das kommt gut an bei den Plattenfirmen, die ihrerseits versuchen, mit diesem Stempel ihre Neuware an den Mann zu bringen. Art Rock gilt als hip und Radiohead ist das Stück musikalische Anarchie, das die meisten Hipster gerade noch verkraften und verstehen.

"Kid A“ muss folglich für viele ein Schock gewesen sein. Damit trennte sich die Spreu vom Weizen. Und dann wollten die Jungs nicht mal drüber reden, geschweige denn erklären, was es mit dem komplexesten aller Radiohead-Werke auf sich hat.

Radiohead lassen Gnade walten

Doch schon ein Jahr später lässt die Band mit dem fünften Album „Amnesiac“ Gnade walten und „Hail To The Thief" (2003) gleicht der Ausschüttung einer ganzen Endorphin-Armada. Das TIME Magazin bezeichnet die Glücklichen als „Beste Band der Welt“. Die verabschiedet sich von ihrem Plattenlabel und ist künftig ihr eigener Herr. Außerdem kümmern sich Sänger Thom Yorke und Gitarrist Jonny Greenwood erst einmal erfolgreich um ihre Soloprojekte.

Radiohead 2.0

Vier Jahre vergehen und dann geschieht es plötzlich: Auf der Homepage gibt die Band im Oktober 2007 die Veröffentlichung ihres siebten Albums "In Rainbows" bekannt. Als Download Version und jeder soll dafür so viel bezahlen, wie ihm die Musik wert ist.
Die Aktion gerät trotz allem Pioniergeist in die Kritik. Nicht wegen der Qualität der Musik, sondern die der Bit-Rate. Als Tiger gestartet und als Teppichvorleger gelandet.
Das Album wird später natürlich auch ganz altmodisch über die Ladentheke geschoben.

Mittlerweile bei der kleineren Plattenfirma XL-Recordings/Beggars zu Hause, bringt die Band ihre erste „Greatest Hits“ Scheibe unter die Leute. Als DVD, nicht als Platte, versteht sich. Dann doch immer ein wenig gegen das System!

Radiohead im Store

  • Singles
  • Mobile Jukebox
  • Karma Police
  • Paranoid Android
  • Just
  • Airbag
  • No Surprises
  • Street Spirit (Fade Out)
  • Karma Police (Album Version)
  • Paranoid Android (Album Version)
  • Just (Album Version)
  • Airbag (Album Version)
  • No Surprises (Album Version)
  • Street Spirit (Fade Out) (Album Version)