Artist Profile

23/01/09

Humor ist wenn man trotzdem lacht. Oder einfach immer. Während viele Musiker ihren Output mit dem Werk Gottes gleichsetzen und eher humorbefreit durch die Popkultur stapfen, ist er so etwas wie der dreckige Li-La-Launebär des Punk-Rock: Mike Burkett, besser bekannt als Fat Mike. Kein Wortspiel ist vor ihm sicher, jeder Seitenhieb ein Treffer und immer ist bei seinen Gags auch ein gewaltiger Schuss Selbstironie dabei.

Nur die wenigsten würden einen Spitznamen wie „Fat Mike“ voller Inbrunst vor sich hertragen wie eben genau jener Fat Mike. Den Kosenamen haben ihm übrigens seine Kumpels verpasst, nachdem sie ihn einige Monate nicht mehr gesehen hatten und dann doch überrascht waren, dass er ein paar Pfunde zugelegt hatte.

Keine Spielereien

Fast schon wundert man sich, dass Fat Mike nicht als Stand-Up-Comedian berühmt geworden ist. Denn zwischen all den Adam Sandlers dieser Welt hätte er mit seinem Anarcho-Humor sicherlich sein Plätzchen samt Publikum gefunden. Doch der Kalifornier hatte anderes im Sinn: Punk-Rock. 1983 gründet Fat Mike (Gesang und Bass) mit seinen Highschool-Kumpels Erik „Smelly“ Sandin (Schlagzeug) und Eric Melvin (Gitarre) seine erste eigene Band. NoFX nennen sie ihre Spaß-Kapelle.

In erster Linie wählen sie den Namen in Anlehnung an die Punkband „Negative FX“, wobei die Abkürzung „NoFX“ aber auch für „No Effects“ („Keine Spielereien“) steht und so gesehen den Anspruch der Band treffend zusammenfasst. Denn bei NoFX zählt zu diesem Zeitpunkt so ziemlich alles, nur nicht musikalisches Know-How. Die drei Jungs sind gerade 16 geworden und haben alles andere im Sinn als stundenlang ihr Instrument zu beackern. Bierernstes Musizieren – das sollen mal lieber die anderen machen.

Anderthalb Jahre lang betreiben NoFX ihre Band eher als Hobby, veranstalten dabei ein Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel. Immer wieder gesellen sich neu gewonnene Freunde zur Band, die dann ein bisschen mitschrammeln und dann genauso schnell wieder gehen, wie sie gekommen sind.

1984 nehmen die Jungs ihr erstes Demo-Tape auf, das sich rasend schnell in der kalifornischen Punk-Rock-Szene verbreitet und der Band ein bisschen lokale Berühmtheit beschert.

Das Indie-Label „Mystic Records“ nimmt die Jungs 1985 unter Vertrag, erste Singles und eine EP werden aufgenommen. Doch die Band und die kleine Plattenfirma zerstreiten sich, was wiederum Fat Mike dazu bewegt, einfach ein eigenes Label zu gründen. „Fat Wreck Chords“ wird geboren – bis heute eine Top-Adresse für Punk-Rock. Über die eigens gegründete Plattenfirma jedoch – und das kann durchaus auch als Ironie aufgefasst werden – veröffentlicht die Band erst mal keine regulären Alben. Fat Mike kümmert sich zwar um den Punk-Nachwuchs, die Platten seiner Band werden aber bis 2003 über das Label „Epitaph“ vertrieben. Die Eigentümer: Die befreundete Punk-Band „Bad Religion“.

California, here we come

In der immer größer werdenden Skate-Szene Kaliforniens finden sich Ende der achtziger Jahre schnell Fans der Band. Die flink gespielten Gitarren, gepaart mit der Extra-Portion Humor auf den beiden Alben „Liberal Animation“ (1988) und „S&M Airlines“ (1989) passen nur zu gut in das damalige Image des Außenseitertum, das der Rollbrettsport pflegte.

Mit ihrem 1991er Album „Ribbed“ werden NoFX dann allerdings auch über die kalifornischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Als 1991 dann der Gitarrist El Hefe zur Band stößt, orientiert sich die Band musikalisch ein kleines bisschen um. Sie biedert sich zwar dem Mainstream keineswegs an, mischt aber ihrem Punk-Rock eine ordentliche Portion Ska bei und erreicht damit ein weitaus größeres Publikum. Das 1992er Album „White Trash, Two Heebs And A Bean“ macht Fat Mike und seine Mannen auch in Europa bekannt.

Nachdem Grunge für einige Monate die Musikwelt auf den Kopf gestellt hat, wird 1994 weltweit das Punk-Revival eingeläutet. Green Day und The Offspring heißen die beiden Bands, die bis dahin schon mehrere Alben veröffentlicht haben, denen aber erst in diesem Jahr jeweils der große Durchbruch gelingt.

Ehemalige Szene-Heroen wie Bad Religion und auch NoFX erleben dadurch ein neues Interesse an ihrer Musik. Die Alben „Punk In Drublic“ (1994), „Heavy Petting Zoo (1996) und „So Long And Thanks For All The Shoes" (1997) verkaufen sich wesentliche besser als die vorherigen NoFX-Alben. Und das obwohl Fat Mike und seine Bandkumpels immer noch den größtmöglichen Abstand zu den üblichen Vermarktungsmechanismen des Musikgeschäfts (radio-taugliche Single, fernseh-tauglicher Videoclip, print-taugliche Interviews) suchen.

Wie George Bush die Band reanimierte

Mit „Pump Up The Voluum“ (2000) melden sich No FX dann nach einer kurzen Pause zurück, um anschließend ihr größtes Projekt anzugehen: Bush-Bashing. Denn der 43. Präsident der USA liegt Fat Mike und seinen Kumpels schwer im Magen. Auf ihren Konzerten machen sich die Punk-Rocker immer wieder über George W. Bush lustig und widmen ihm 2003 mit „War On Errorism“ (2003) gleich ein ganzes Album.

Die Band ruft zusätzlich die Initiative „Punkvoter“ ins Leben, die öffentlich immer wieder die sofortige Absetzung des US-Regierungschefs fordert. Die Antwort auf Bush Wiederwahl 2004 folgt den auch prompt in Form des 2006er Albums „Wolves in Wolves’ Clothing“, auf dem es wieder reichlich Seitenhiebe gibt. Auf wen sich NoFX jetzt einschießen, nachdem ihr Feindbild Bush in den Ruhestand geht, bleibt abzuwarten. Der Humor von Fat Mike und seinen Kumpels, der wird mit Sicherheit bleiben.

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  • Singles
  • Freizeichentöne
  • The Longest Line
  • Whoops, I OD'd
  • Franco Un-American
  • Bob
  • Bottles To The Ground
  • Best God In Show
  • Bob (Album Version)
  • Bottles To The Ground (Album Version)
  • The Longest Line (Album Version)
  • Whoops, I OD'd (Album Version)
  • Franco Un-American (Album Version)
  • Bob (Album Version)
  • Bottles To The Ground (Album Version)
  • Best God In Show (Album Version)